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eAutos, Software und Datensicherheit

Was moderne Fahrzeuge über uns wissen – und wohin die Daten fließen

Die moderne Mobilität ist längst digital geworden. Besonders Elektroautos gelten heute nicht mehr nur als Fahrzeuge, sondern als „rollende Computer“. Hersteller sammeln umfangreiche Daten über Fahrverhalten, Standort, Ladezyklen, Fahrzeugzustand und teilweise sogar über das Verhalten der Insassen. Mit dem wachsenden Marktanteil chinesischer Hersteller wie BYD, NIO oder XPeng stellt sich zunehmend die Frage:
Wie sicher sind die Daten in modernen eAutos – und wandern sensible Informationen nach China ab?

Das Auto als Datensammler

Ein modernes Elektroauto erzeugt enorme Datenmengen. Viele Fahrzeuge sind dauerhaft mit dem Internet verbunden und kommunizieren regelmäßig mit den Servern des Herstellers. Dabei entstehen unter anderem folgende Datentypen:

  • GPS- und Bewegungsdaten
  • Fahrverhalten und Geschwindigkeit
  • Ladeverhalten und Batteriezustand
  • Sprachbefehle im Fahrzeug
  • Kontakte und Smartphone-Daten
  • Kamerabilder und Sensordaten
  • Informationen zu Fahrassistenzsystemen

Besonders Fahrzeuge mit autonomen oder teilautonomen Funktionen benötigen große Mengen an Sensordaten, um ihre Systeme zu verbessern. Diese Daten sind wirtschaftlich wertvoll – und sicherheitspolitisch relevant.

Warum Software im eAuto so wichtig ist

Bei klassischen Verbrennern stand lange die Mechanik im Vordergrund. Bei modernen Elektroautos dominiert dagegen die Software. Hersteller liefern heute regelmäßig sogenannte „Over-the-Air-Updates“ aus – ähnlich wie bei Smartphones.

Bekannte Beispiele sind:

  • Tesla
  • Volkswagen
  • Mercedes-Benz
  • BMW

Software steuert heute:

  • Batteriemanagement
  • Fahrassistenzsysteme
  • Navigation
  • Klimatisierung
  • Entertainment-Systeme
  • Sicherheitsfunktionen

Das Problem:
Je stärker Fahrzeuge vernetzt sind, desto größer wird auch die Angriffsfläche für Cyberangriffe oder Datenmissbrauch.

Welche Risiken bestehen?

1. Bewegungsprofile

Ein Fahrzeug kennt oft exakt:

  • wann jemand losfährt,
  • wo er sich aufhält,
  • wie lange er dort bleibt,
  • welche Strecken regelmäßig gefahren werden.

Damit lassen sich detaillierte Alltagsprofile erstellen.

2. Zugriff durch Hacker

Sicherheitsforscher konnten bereits mehrfach zeigen, dass schlecht geschützte Systeme theoretisch ferngesteuert werden können. Betroffen waren in der Vergangenheit unterschiedliche Hersteller weltweit.

3. Datenweitergabe an Dritte

Viele Hersteller arbeiten mit:

  • Cloud-Anbietern,
  • Karten- und Navigationsdiensten,
  • KI-Unternehmen,
  • Mobilfunkpartnern.

Oft ist für Verbraucher schwer nachvollziehbar, wer tatsächlich Zugriff auf welche Daten besitzt.

Wie sieht es bei chinesischen eAutos aus?

Chinesische Hersteller gewinnen in Europa massiv Marktanteile. Besonders preislich attraktive Modelle sorgen für Konkurrenzdruck auf europäische Autobauer.

Zu den bekanntesten Marken gehören:

  • BYD
  • NIO
  • XPeng
  • Geely
  • MG Motor

Mit dem Erfolg wachsen auch die Sorgen westlicher Regierungen.

Wandern Daten nach China ab?

Die kurze Antwort lautet:
Teilweise ja – aber nicht pauschal und nicht immer illegal.

Technisch möglich

Viele Fahrzeuge senden Telemetriedaten an Hersteller-Server. Entscheidend ist:

  • Wo stehen diese Server?
  • Welche Daten werden übertragen?
  • Unter welchem Rechtssystem werden sie verarbeitet?

Einige chinesische Hersteller betreiben europäische Rechenzentren, andere nutzen Infrastruktur in China oder hybride Cloud-Systeme.

Warum China besonders kritisch gesehen wird

China besitzt strenge nationale Sicherheitsgesetze. Unternehmen können verpflichtet werden, mit staatlichen Behörden zusammenzuarbeiten.

Kritiker befürchten deshalb:

  • Zugriff staatlicher Stellen auf Fahrzeugdaten,
  • Erstellung von Bewegungsprofilen,
  • wirtschaftliche Spionage,
  • sicherheitsrelevante Erkenntnisse über Infrastruktur.

Besonders sensible Bereiche wären:

  • Regierungsfahrzeuge,
  • Militärstandorte,
  • kritische Infrastruktur,
  • Firmenflotten.

Gibt es Beweise für massenhafte Datenspionage?

Bislang gibt es keine öffentlich belegten Fälle, in denen chinesische eAutos systematisch europäische Bürger ausspioniert hätten.

Allerdings reagieren viele Staaten vorsichtig:

  • In einigen Ländern gibt es Diskussionen über Einschränkungen für Fahrzeuge mit chinesischer Softwaretechnik.
  • Behörden prüfen verstärkt Datenschutz und Cybersicherheit.
  • Auch die EU arbeitet an strengeren Regeln für vernetzte Fahrzeuge.

Sind europäische oder US-Hersteller besser?

Nicht automatisch.

Auch westliche Hersteller sammeln große Mengen Daten. Unternehmen wie:

  • Tesla
  • Google
  • Apple

stehen regelmäßig wegen Datenschutzfragen in der Kritik.

Der Unterschied liegt oft weniger in der Technik als in:

  • Datenschutzgesetzen,
  • Transparenz,
  • staatlicher Kontrolle,
  • Möglichkeiten für Verbraucherrechte.

Die europäische DSGVO gilt dabei international als vergleichsweise streng.

Was sollten Verbraucher beachten?

Vor dem Kauf prüfen:

  • Welche Daten sammelt das Fahrzeug?
  • Gibt es europäische Server?
  • Lassen sich Funktionen deaktivieren?
  • Wie transparent ist die Datenschutzerklärung?
  • Werden Sprach- oder Kameradaten gespeichert?

Fazit

Elektroautos sind hochvernetzte Computer auf Rädern. Die Vorteile moderner Software sind enorm: bessere Navigation, Sicherheitsfunktionen, effizienteres Laden und regelmäßige Updates. Gleichzeitig entstehen jedoch neue Risiken für Datenschutz und Cybersicherheit.

Die Sorge vor Datenabfluss nach China ist nicht unbegründet, sollte aber differenziert betrachtet werden. Entscheidend ist weniger das Herkunftsland allein, sondern:

  • wie transparent Hersteller arbeiten,
  • wo Daten gespeichert werden,
  • welche Gesetze gelten,
  • und wie streng Behörden kontrollieren.

Klar ist:
Mit zunehmender Digitalisierung wird Datensicherheit im Auto künftig genauso wichtig sein wie Bremsen oder Airbags.

© Text df26.de 2026

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